Mitglied der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) der Deutschen Demokratischen Republik











Hans Bialas


Hans Bialas:

Hans Bialas war von 1958 bis 1962 Leiter der Abteilung XIV des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) der DDR in Berlin-Hohenschönhausen.

Hans Bialas wurde am 20. Juni 1911 im oberschlesischen Tunskirchen (Kreis Ratibor) geboren, und arbeitete nach dem Volksschulabschluss saisonweise als Drainagearbeiter in Gleiwitz. 1929 wurde er Mitglied der KPD, heiratete 1932 und wurde im März 1933 zusammen mit seinem Vater und seinen Brüdern von der SA verhaftet. Bialas kam für etwa ein Jahr in Schutzhaft. Gegenüber dem MfS gab er an, "dass sie während der Vernehmungen sehr geschlagen […] [wurden], sodass sich die Genossen bei Vorführung in der Freistunde kaum wieder erkannten". Nach der Haft versuchte er nach längerer Arbeitslosigkeit als selbstständiger Drainagearbeiter seinen Lebensunterhalt zu bestreiten, bis er 1937 wegen Verbreitung von Flugblättern erneut von der Gestapo verhaftet wurde. Man entließ ihn allerdings im Juli 1938 ohne Gerichtsverfahren. Er ging nach Berlin und arbeitete dort als Bierfahrer. Nach seiner Einberufung zur Wehrmacht wurde er Anfang 1943282 unter anderem zur Bewachung französischer und italienischer Kriegsgefangener eingesetzt. Anfang Februar 1945 geriet er in sowjetische Gefangenschaft, aus der er im November 1945 in Frankfurt (Oder) entlassen wurde. Durch Fürsprache eines Verwandten wurde er im Dezember 1945 bei der Berliner Kriminalpolizei eingestellt. Er trat wieder der KPD bei und war in Berlin-Friedrichshain als Sachbearbeiter tätig.

Anfang 1950 wechselte er zum Ministerium für Staatssicherheit. Er wurde intern "für ein Aufgabengebiet in nicht leitender Stellung" vorgeschlagen und man setzte ihn als Wachhabenden in der Abteilung XIV ein. Schon nach einem halben Jahr wurde er jedoch stellvertretender Leiter des Objektes I, des berüchtigten U-Bootes in Berlin-Hohenschön-hausen und ab Januar 1952 dann der Leiter des Objektes I.

Hans Bialas, der keinen Berufsabschluss hatte, konnte als einzige Ausbildung einen dreimonatigen Lehrgang der Kriminalpolizei im Jahre 1947 vorweisen. Er wurde jedoch als "entwicklungsfähig" eingeschätzt. Im September 1957 wurde Hans Bialas zum stellvertretenden Leiter der Abteilung XIV des MfS ernannt. Am 18. Oktober 1958 wurde er als Nachfolger von Paul Rumpelt der Leiter der Abteilung XIV in Berlin-Hohenschönhausen. Im Oktober 1959 erfolgte anlässlich des zehnten Jahrestages der DDR seine Beförderung zum Oberstleutnant.

Ende 1961 führte eine ausgesprochen negative Beurteilung der SED-Kreisleitung zum Ende seiner Karriere. Ungenügende erzieherische Einwirkung auf das Kollektiv und "persönliche Schwächen", vor allem im Zusammenhang mit Alkoholmissbrauch, lautete die Kritik. Ein dreiviertel Jahr später stellte das Kaderorgan fest, dass Bialas nicht in der Lage sei, die Aufgaben eines Abteilungsleiters auszuüben. Wenige Tage später wurde er vorzeitig berentet und Siegfried Rataizick als kommissarischer Nachfolger eingesetzt.

Hans Bialas verstarb 1964.

1 Johannes Beleites, Abteilung XIV : Haftvollzug, (MfS-Handbuch), BStU (Hrsg.), Berlin 2009, S. 51, 52.


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