Mitglied der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) der Deutschen Demokratischen Republik











Gerhard Neiber


Gerhard Neiber:

Gerhard Neiber war von 1980 bis 1989 ein stellvertretender Minister des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) der Deutschen Demokratischen Republik (DDR).

Gerhard Neiber wurde in Jičín (ČSR) geboren. Der Vater war Arbeiter. Mittelschule ohne Abschluss; 1945 Landarbeiter. 1948 Einstellung bei der Volkspolizei (VP), Revier Erfurt, dann Grenzkommandantur Gudersleben, danach Kripo Erfurt. 1949 Einstellung bei der Verwaltung zum Schutz der Volkswirtschaft Thüringen (ab Februar 1950 Länderverwaltung Thüringen des MfS); 1950 KD Weimar; 1952 Versetzung zur Abteilung Politkultur der BV des MfS in Erfurt; 1953 stellvertretender Leiter der Abteilung Politkultur der BV Schwerin; 1954 Leiter der Abteilung II (Spionageabwehr); 1955 Stellvertreter Operativ des Leiters der BV des MfS in Schwerin; 1959 Stellvertreter Operativ des Leiters. Als Nachfolger von Helmut Grubert dann 1960 Leiter der BV Frankfurt (Oder). 1960 bis 1965 Fernstudium an der Juristischen Hochschule des MfS (JHS) Potsdam-Eiche, Dipl.-Jurist. 1961 bis 1980 Mitglied der SED-Bezirksleitung Frankfurt (Oder); 1970 Promotion zum Dr. jur. an der JHS Potsdam-Eiche "Die Planung der politisch-operativen Arbeit im MfS".

1980 bis 1989 der stellvertretende Minister für Staatssicherheit und in dieser Funktion die unmittelbare Anleitung, Kontrolle und Koordinierung der Diensteinheiten: Abteilung III (Funkaufklärung), Abteilung XII (Zentrale Karteien, Archiv, Auskunft), Abteilung XXII (Terrorabwehr), Abteilung 26 (Telefonüberwachung, technische Kontrollmaßnahmen), Arbeitsgruppe Öffentliche Verbindungen (AÖV), Abteilung E (Herstellung operativer Dokumente), Abteilung F (Funkaufklärung und -abwehr) und Abteilung Zentrale Koordinierungsgruppe (ZKG: Flucht, Übersiedlungen). 1982 Generalleutnant; 1988 VVO in Gold; Dezember 1989 von seinen Funktionen entbunden; 1990 Entlassung, Rentner. Ab 1993 zeitweilig in U-Haft wegen des Verdachts der versuchten Entführung und des versuchten Mordes an einem geflüchteten Grenzsoldaten.1

 

Publikationen: Gerhard Neiber und Gerhard Plomann: Abwehr von Terror und anderen Gewaltakten (HA XXII im MfS), in: Reinhard Grimmer (Hrsg.): Die Sicherheit. Zur Abwehrarbeit des MfS. Bd 2, Ed. Ost, Berlin 2002; Reinhard Grimmer; Werner Irmler, Gerhard Neiber und Wolfgang Schwanitz: Sicherheitspolitik der SED, staatliche Sicherheit der DDR und Abwehrarbeit des MfS, in: Reinhard Grimmer (Hrsg.): Die Sicherheit. Zur Abwehrarbeit des MfS. Bd. 1, Ed. Ost, Berlin 2002; Gerhard Neiber und Robert Allertz: Die RAF und das MfS. Fakten und Fiktionen. Ed. Ost, Berlin 2008.

 

1 Vgl. Jens Gieseke: Wer war wer im Ministerium für Staatssicherheit, Kurzbiographien des MfS-Leitungspersonals 1950-1989, (MfS-Handbuch), BStU (Hrsg.), Berlin 2012.


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